Schimmelpilze im Heu sind weit verbreitet, werden aber oft erst erkannt, wenn das Pferd bereits hustet oder Koliken zeigt. Neue Aufbereitungsmethoden versprechen, minderwertiges Heu durch Wässern oder Bedampfen unbedenklich zu machen. Doch wie wirksam sind diese Verfahren wirklich? Und warum lohnt es sich, von vornherein auf einwandfreies Heu zu setzen?
Das Problem: Schlechtes Heu ist Alltag
Heu ist die Grundlage der Pferdefütterung. Seine Qualität entscheidet maßgeblich über Gesundheit und Wohlbefinden des Pferdes. Trotzdem wird in vielen Ställen minderwertiges, staubiges oder sogar schimmelbelastetes Heu verfüttert. Die Gründe sind meist wirtschaftlicher Natur: Stallbetreiber kaufen günstiges Heu oder nutzen kontaminierte Ballen, die eigentlich nicht mehr als Futter geeignet wären.
Pferdebesitzer, die ihr Tier in Vollpension unterstellen, haben oft keinen Einfluss auf die Heuqualität. Sie bemerken das Problem erst, wenn gesundheitliche Beschwerden auftreten – von Verdauungsproblemen über Atemwegserkrankungen bis hin zu Stoffwechselstörungen und auffälligen Blutwerten.
Schimmelpilz, Sporen, Mykotoxine: Was ist was?
Um zu verstehen, warum Schimmel im Heu so gefährlich ist, lohnt sich ein Blick auf die Begriffe:
Schimmelpilz ist das sichtbare Geflecht aus Pilzfäden, das sich auf kontaminiertem Heu zeigt. Es lässt sich durch Hitze, etwa beim Bedampfen bei 70 Grad Celsius, abtöten.
Schimmelsporen sind mikroskopisch klein und dienen der Vermehrung und Überdauerung des Pilzes. Sie schweben in der Luft, sind lungengängig und extrem widerstandsfähig. Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit können ihnen nichts anhaben. Sie lassen sich nicht abtöten.
Mykotoxine sind die giftigen Stoffwechselprodukte des Schimmelpilzes. Auch sie überstehen Hitze und andere Einflüsse unbeschadet. Je stärker der Schimmelbefall, desto höher die Konzentration an Mykotoxinen im Futter.
Heu wässern und bedampfen: Hilft das wirklich?
Viele Stallbetreiber setzen auf Wässern oder Bedampfen, um staubiges oder schimmelbehaftetes Heu verträglicher zu machen. Die Feuchtigkeit bindet Staubpartikel und Sporen, sodass sie nicht eingeatmet werden. Das kann bei hustenden oder asthmatischen Pferden kurzfristig Erleichterung bringen, weil der mechanische Reiz in den Atemwegen entfällt.
Doch Vorsicht: Sporen und Mykotoxine werden durch Wässern oder Bedampfen nicht zerstört. Sie bleiben im Heu und werden mitgefressen. Die Belastung verlagert sich lediglich vom Atmungstrakt in den Verdauungstrakt. Eine echte Unbedenklichkeit lässt sich so nicht erreichen.
Beim Wässern gehen zudem wasserlösliche Nährstoffe verloren – Zucker, Mineralstoffe, Spurenelemente. Das kann bei schwerfuttrigen oder älteren Pferden problematisch werden und muss bei der Rationsberechnung berücksichtigt werden. Für stoffwechselkranke Pferde mit Hufrehe oder EMS kann der reduzierte Zuckergehalt hingegen von Vorteil sein. Allerdings kauen Pferde nasses Heu weniger gründlich, was die Speichelproduktion und damit die Pufferleistung im Magen mindert.
Feuchtes Heu verdirbt schnell
Ein weiteres Problem: Feuchtes Heu ist innerhalb weniger Stunden verdorben. Bakterien und Hefen vermehren sich explosionsartig. Was nicht sofort verfüttert wird, muss entsorgt werden. Längere Lagerung ist ausgeschlossen.
Nur gutes Heu anfeuchten
Wer glaubt, durch Bedampfen würde minderwertiges Heu plötzlich hochwertig, irrt. Bedampftes schlechtes Heu bleibt schlechtes Heu. Anfeuchten kann lediglich bei bereits einwandfreiem Heu sinnvoll sein, um lose Partikel zu binden und die Staubbelastung zu reduzieren. Kleinstteile aus Halmbruch und geringe Mengen Erde sind dann unbedenklich – vorausgesetzt, es liegt kein Schimmelbefall vor.
Heuanalysen bringen Klarheit
Ob Heu mit Schimmelsporen oder Mykotoxinen belastet ist, lässt sich mit bloßem Auge nicht erkennen. Gewissheit liefert nur eine Laboranalyse. Wer beunruhigende Ergebnisse erhält, sollte das Gespräch mit dem Stallbetreiber suchen. Bleibt dieser untätig, ist ein Stallwechsel die bessere Wahl als dauerhaft kranke Pferde und hohe Tierarztkosten.

Heuanalyse: Wir nehmen Ihr Heu unter die Lupe
Heu sieht aus wie Heu – aber was wirklich drin steckt, sehen Sie erst unter dem Mikroskop. Ob Ihr aktueller Lieferant tatsächlich staubfreies Heu liefert, wie hoch der Zuckergehalt wirklich ist oder ob sich Schimmelpilze im Ballen verstecken: Unsere unabhängige Laboranalyse gibt Ihnen Klarheit.
Gesundheitsfolgen von Schimmel im Heu: Vielfältig und oft unterschätzt
Die Auswirkungen von Schimmel im Heu sind von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Manche reagieren stark auf eingeatmete Sporen, andere leiden vor allem unter den Mykotoxinen, die über den Verdauungstrakt ins Blut gelangen.
Mykotoxine können:
- Krebserregend wirken
- Das Erbgut schädigen
- Leber und Nieren angreifen
- Das Blutbild verändern
- Haut und Nervensystem beeinträchtigen
Häufige Symptome sind:
- Verschleimte Atemwege, chronischer Husten
- Allergien wie Sommerekzem oder equines Asthma
- Erhöhte Leberwerte
- Koliken, Kotwasser
- Stoffwechselentgleisungen
- Verhaltensänderungen durch Nervenschädigungen
Während Husten und Atembeschwerden schnell mit der Heufütterung in Verbindung gebracht werden, bleiben schlechte Blutwerte, Leberprobleme oder unerklärliche Koliken oft lange rätselhaft. Dabei liegt die Ursache häufig in der ständigen Belastung durch kontaminiertes Futter.
Schlechtes Heu ist nicht nur für Pferde gefährlich
Wer täglich im Stall arbeitet und Heu verteilt, atmet denselben Staub ein wie das Pferd. Schimmelsporen gefährden auch die menschliche Gesundheit. Es ist kein gutes Gefühl, bei der Fütterung einzuatmen, was Pferde krank macht. Selbst wer das Heu wässert oder bedampft, hat bis dahin bereits einen Teil der Keime inhaliert.
Wie entsteht Schimmel im Heu?
Die Qualität des Heus wird durch mehrere Faktoren bestimmt. Neben der Wiesenpflege spielt der Erntezeitpunkt eine entscheidende Rolle. Wird zu spät gemäht, gelangen verholzte und abgestorbene Pflanzenteile ins Heu. Ungünstige Witterung zur Erntezeit und Schädlingsbefall erhöhen das Kontaminationsrisiko zusätzlich.
Nach der Ernte sind Restfeuchte und Lagerung entscheidend. Zu fest gepresste Ballen, enge Lagerung ohne Luftzirkulation und Feuchtigkeit fördern Schimmelwachstum. Eine lockere, luftige Lagerung auf Paletten und in trockenen Räumen ist essenziell, um die Heuqualität zu erhalten.
Fazit
Schimmel im Heu lässt sich weder durch Wässern noch durch Bedampfen unschädlich machen. Beide Methoden können die Symptome bei atemwegserkrankten Pferden lindern, beseitigen aber nicht die eigentliche Ursache. Mykotoxine und Sporen bleiben im Futter und belasten den Organismus. Wer langfristig denkt, investiert in einwandfreies Heu – mikrobiologisch rein, schonend getrocknet und sachgerecht gelagert. Das erspart nicht nur Tierarztkosten, sondern gibt dem Pferd die Grundlage für ein gesundes Leben.

Equus Arena Probeheu – Testen Sie selbst
Wie riecht hochwertiges Heu? Wie fühlt es sich an? Bestellen Sie unser Probeheu im DHL-Paket und prüfen Sie mit Ihren eigenen Sinnen, was Ihr Pferd täglich fressen soll. So können Sie die Qualität direkt mit dem Heu in Ihrem Stall vergleichen.



