Heu richtig lagern: Darauf sollten Sie achten

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Gutes Heu zu finden ist die eine Sache. Es so zu lagern, dass es seine Qualität bis zur Fütterung behält, die andere. Viele Pferdebesitzer investieren bewusst in hochwertiges Raufutter und bestellen gleich für mehrere Monate vor. Umso ärgerlicher, wenn durch falsche Lagerung Schimmel entsteht, Nährstoffe verloren gehen oder sich Schädlinge breitmachen.

Die Lagerung von Heu entscheidet maßgeblich darüber, ob die Qualität erhalten bleibt. Feuchtigkeit, schlechte Belüftung oder direkter Bodenkontakt können selbst aus erstklassigem Heu binnen Wochen minderwertiges oder sogar gesundheitsschädliches Futter machen. Dabei lassen sich die meisten Fehler mit einfachen Maßnahmen vermeiden.

Die häufigsten Fehler beim Heu lagern

Zu dicht gestapelt, zu wenig Luft

Heuballen, die eng aneinander und ohne Zwischenraum gelagert werden, bekommen keine Luftzirkulation. Feuchtigkeit kann nicht entweichen, Wärme staut sich. Das Ergebnis: Schimmel und bakterielle Zersetzung. Zwischen den Ballen sollte Luft zirkulieren können, und auch zur Wand hin braucht es Abstand.

Direkter Bodenkontakt

Heu direkt auf dem Boden zu lagern ist eine Einladung für Feuchtigkeit und Ungeziefer. Selbst scheinbar trockene Böden geben Restfeuchte ab, die nach oben zieht. Paletten als Unterlage schaffen Distanz zum Boden und sorgen für Luftzirkulation von unten.

Sonne und Regen ausgesetzt

UV-Strahlung zersetzt Vitamine, vor allem Vitamin E. Regen durchnässt das Heu und macht es unbrauchbar. Wer keinen geschlossenen Lagerraum hat, sollte zumindest eine dichte Überdachung sicherstellen und die Ballen vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.

Was passiert bei falscher Lagerung?

Schimmel und Mykotoxine

Schimmel im Heu ist mehr als ein optisches Problem. Manche Schimmelpilze produzieren Mykotoxine, die Leber, Nieren und Atemwege schädigen können. Schimmelsporen lösen außerdem Atemwegserkrankungen aus und können equines Asthma verschlimmern. Mehr dazu in unserem Artikel „Schimmelpilze im Heu“.

Nährstoffverlust

Vitamine, insbesondere Vitamin E und Beta-Carotin, reagieren empfindlich auf Licht und Feuchtigkeit. Auch Proteine und Fettsäuren bauen sich ab. Das Heu verliert an Futterwert, selbst wenn es äußerlich noch gut aussieht.

Selbstentzündung

Zu feucht gelagertes Heu kann sich durch mikrobielle Prozesse erhitzen. Ab etwa 60 Grad Celsius wird es kritisch, bei unzureichender Belüftung droht Selbstentzündung. Besonders in den ersten Wochen nach der Einlagerung sollte die Temperatur im Heustock regelmäßig geprüft werden.

Schädlingsbefall

Mäuse und Ratten hinterlassen nicht nur Fraßspuren, sondern auch Kot und Urin. Beides kann Krankheitserreger übertragen. Ein Befall deutet meist auf grundsätzliche Mängel in der Lagerhygiene hin.

Staub und Atemwegsreizungen

Unsachgemäß gelagertes Heu zerfällt schneller in feine Partikel. Der entstehende Staub – ein Mix aus Heufragmenten, Milben und Schimmelsporen – reizt die Atemwege und begünstigt chronische Erkrankungen wie equines Asthma.

So lagern Sie Heu richtig

Trocken und luftig

Der Lagerraum sollte trocken und gut belüftet sein. Geschlossene, muffige Räume ohne Luftaustausch sind ungeeignet. Ideal sind überdachte, offene Scheunen oder gut belüftete Heuböden.

Abstand halten

Heuballen nie direkt auf den Boden legen. Paletten als Unterlage sorgen für mindestens 10-15 cm Bodenabstand. Auch zu Wänden sollten 30-50 cm Abstand bleiben, damit die Luft zirkulieren kann.

Vor Witterung schützen

Regen und direkte Sonne meiden. Wenn keine überdachte Lagerung möglich ist, kann Heuvlies helfen, sollte aber weder zu stramm, noch zu locker aufliegen und Luftzirkulation ermöglichen.

Regelmäßig kontrollieren

Heu sollte auf Feuchtigkeit, Temperatur und Schimmelbildung geprüft werden. Besonders in den ersten Wochen nach der Einlagerung ist Wachsamkeit wichtig. Riecht das Heu muffig oder fühlt es sich warm an, ist Vorsicht geboten.

Alte Vorräte zuerst verbrauchen

Nach dem First-in-first-out-Prinzip sollten ältere Bestände vor neuem Heu verfüttert werden, um maximale Frische zu gewährleisten.

Wie lange hält gelagertes Heu?

Bei korrekter Lagerung behält Heu seine Qualität 12 bis 18 Monate. Allerdings nimmt der Vitamingehalt mit der Zeit ab. Optimal ist eine Verfütterung innerhalb eines Jahres. Warmluftgetrocknetes Heu mit einwandfreier mikrobiologischer Qualität lässt sich problemlos über einen ganzen Winter lagern, ohne an Wert zu verlieren.

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Was tun, wenn Heu feucht wird?

Leicht angefeuchtete Randbereiche können bei guter Belüftung nachtrocknen, müssen aber engmaschig überwacht werden. Heu mit deutlicher Feuchtigkeitsentwicklung, Erwärmung oder sichtbarem Schimmel gehört entsorgt. Ohne Wenn und Aber. Die Gesundheit des Pferdes geht vor.

Heuvlies: Zusätzlicher Schutz für die Lagerung

Heuvlies schützt Ballen vor Feuchtigkeit, Schmutz und Schädlingen. Anders als dichte Folien erlaubt das atmungsaktive Material einen gewissen Luftaustausch und verhindert gleichzeitig, dass Nässe von außen eindringt. Richtig angewendet, kann Heuvlies die Lagerqualität deutlich verbessern.

Sorgfältiges Einwickeln

Jeder Ballen sollte gleichmäßig, aber nicht zu stramm eingewickelt werden. Das Vlies muss eng genug anliegen, um Schutz zu bieten, aber locker genug, damit zwischen Material und Heu noch Luft zirkulieren kann. Wird das Vlies zu fest gezogen, entsteht ein Mikroklima, das Kondensation begünstigt. Ein lockerer Sitz hingegen ermöglicht Luftaustausch und verhindert Wärmestau.

Schutz vor Feuchtigkeit – aber nicht wasserdicht

Heuvlies hält Spritzwasser und leichte Feuchtigkeit ab, ist aber kein Ersatz für eine trockene Lagerstätte. Stehendes Wasser oder dauerhafte Nässe dringen durch. Das Vlies fungiert als zusätzliche Barriere, nicht als alleiniger Schutz. Die Grundvoraussetzung bleibt ein trockener, überdachter Lagerplatz.

Kondensation vermeiden

Zwischen den eingewickelten Ballen sollte genügend Abstand bleiben, damit Luft zirkulieren kann. Werden sie zu dicht gestapelt, bildet sich Kondenswasser zwischen den Lagen. Das gilt besonders bei Temperaturschwankungen. Wer die Ballen mit etwas Abstand lagert, gibt der Feuchtigkeit keine Chance, sich zu stauen.

Regelmäßige Kontrolle bleibt wichtig

Auch wenn Heuvlies einen gewissen Schutz vor Nagetieren und Insekten bietet, ersetzt es keine regelmäßige Kontrolle. Das eingewickelte Heu sollte auf Anzeichen von Schädlingsbefall, Feuchtigkeit oder Schimmelbildung geprüft werden. Gerade in den ersten Wochen nach der Einlagerung lohnt sich ein wachsames Auge. Riecht das Heu muffig oder zeigt sich Kondensation unter dem Vlies, sollte nachgebessert werden.

Heuvlies ist eine effektive Ergänzung zur sachgerechten Lagerung und kann die Qualität von hochwertigem Pferdeheu über längere Zeit bewahren.

Fazit

Heu richtig zu lagern ist kein Hexenwerk, erfordert aber Sorgfalt. Wer von Anfang an auf mikrobiologisch einwandfreies Heu setzt und es trocken, luftig und geschützt lagert, gibt seinem Pferd die beste Grundlage für Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

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